Sonntag, 17. Mai 2026

Achtsamkeit, die Lösung?/Mindfulness: The Solution?

https://www.derstandard.de/story/3000000320436/autorin-kathrin-fischer-dass-achtsamkeit-alle-probleme-loesen-kann-ist-eine-laecherliche-anmassung

Ich möchte hier meine Meinung zu obigen Artikel sagen, der für mich repräsentantiv für viele Skeptiker der zum Schimpfwort gewordenen „Selbstoptimierung“, besonders auch m.E. von vielen Frauen so gesehen wird.

Ich denke, dass erste Mißverständnis ist, dass Anhänger von Achtsamkeit behaupten, alle Probleme sind individuell lösbar. Achtsamkeit kann wenn es richtig gemacht wird, individuelle Probleme lösen helfen, aber natürlich wahrscheinlich nicht alle Probleme der Welt lösen, aber vielleicht einen Beitrag leisten dazu, um so mehr Leute es machen würden. Das ist genauso mit anderen Religionen und Ihren Weisheiten und geistigen Techniken, die auch Gutes in der Welt bewirkt haben.

Und Gautama Buddha ist immerhin dadurch zum Buddha bzw Gott geworden und zum Religionsgründer einer der größten Religionen. Aber es gibt genauso relevante geistige Techniken die andere Wesen zu Göttern gemacht haben, wie Beten und Körpertechniken.

D.h. wer darauf aus ist sich in die richtige Richtung zu bewegen sollte sein geistiges Haus auf so viele wie mögliche, starke Pfeiler stellen und nicht nur auf Eines.

Und es ist nun mal Fakt, dass wir nicht anderen bestimmen können, was Sie machen sollen, sondern dass nur mit uns machen können. D.h. wenn wir unsere individuellen Probleme lösen wollen, müssen wir zuerst auf uns schauen, uns zu ändern, dann vielleicht ziehen auch die anderen nach.
Das beschreibt Jesus in der für mich größten Verhaltensweisheit und deklariert es als universelles Gesetz: "Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen auch! Das ist das Gesetz und die Propheten.

D.h. durch negativen Egoismus, nur sich zu optimieren und nicht sich auch optimiert gegenüber anderen bzw allen anderen zu verhalten, geht kein geistiger Weg und wird auch im Yoga und Buddhismus, aus denen die Achtsamkeit kommt, so gesehen.
Und wenn sich ein Einzelner im Verhalten bessert, ändern sich auch die Zustände in der Welt, vielleicht nur ein bißchen, aber immerhin, was der Spruch aus dem Yoga besagt: „Wenn sich einer ändert, ändert sich die Welt“

Ich habe auch die Aussage, dass alle Probleme im Inneren entstehen, noch nie gehört, da unterliegt die Autorin m.E. wie bei vielen hier geäußerten Vorurteilen, die sie vielleicht selber in sich gepflanzt hat, einer Einbildung. Probleme entstehen wohl meistens im Äußeren in der Interaktion mit anderen. Aber wir können durch den Körper, Beten und Meditation in uns Lösungen des besseren Verhaltens und Agierens für unsere Probleme im Äußeren finden.

Und das was sinnvollerweise von den Krankenkassen gesponsort wird, ist das Erlernen von Achtsamkeit und Konzentration gegenüber Schlafen mit offenen Augen und nicht die entsprechende Anwendung am Tag.

Und über die Belastungen der Hard Skills im Arbeitsleben machen sich und haben sich schon viele Gedanken gemacht, das Thema ist ausgereizt und ohne Arbeiten und der Belastung damit, kann man halt nicht leben. Aber über die bessere Leistungsfähigkeit und bessere Glücksempfinden bei der Arbeit macht man sich erst seit kurzem in den Firmen Gedanken und dazu gehört auch Achtsamkeit, Soft Skills und Selbstoptimierung bei seiner Arbeit.

Frauen sind halt aus Ihrer geschichtlichen, genetischen Veranlagung für die Internas der Familie und das Aufziehen von Kindern zuständig und damit soziale Wesen und Männer Jäger gewesen, die sich im Leistungsprinzip in der Gruppe und zwischen anderen Männern und der Beute behaupten mussten und dabei lernen mußten sich nach dem Richtigen und Optimalen zu orientieren und anzupassen um sich durchzusetzen. Das Bessere ist halt der natürliche Feind des Guten.

Das heisst für Frauen ist das Leistungsprinzip aus der Sicht des Sozialen eher negativ egoistisch besetzt und sie sehen nicht den Sinn von Leistungsprinzip und Streben nach dem Richtigen und der anderen Möglichkeit des positiven Egoismus. Deswegen ist auch normal wenn Google eher Frau Fischer auch aus dem was Sie anschaut, weniger Motivationstrainer angeboten wird, als Ihrem Sohn.

Natürlich ist es so das Motivationstrainer das Blaue vom Himmel versprechen, sonst könnten Sie nichts verkaufen und das m.E. auch völlig unrealistisch ist, aber es lohnt sich m.E. damit zu beschäftigen auch wenn es Jahrzehnte intensiver Arbeit und das Glück dem Richtigen zu folgen an sich bedeutet, um etwas zu erreichen.
D.h. auch dass es wichtig ist, die richtigen, effektiven Techniken zu verfolgen, m.E. Konzentration, Beten, Körpertechniken, Soft Skills, Weisheitssuche und guter Arbeit, statt m.E. Hypes zu intensivieren wie Dankbarkeitsübungen, die einfach nur positives Denken darstellen oder Resilenz, was eine Folge ist und keine Ursache von richtigem Verhalten.
Auch ist Achtsamkeit ein Hype, aber wenn es richtig gemacht wird, eine sehr sinnvolle geistige Technik. Aber sie ist anstrengend und mit Aufarbeiten von psychischen Schmerzen verbunden, die gerne andere mit Ausreden vermeiden wollen.
Eine äquivalente starke und einfachere Technik ist Muskelentspannung am Tag und war zu meiner Jugendzeit ein Hype, heutzutage kräht kein Hahn mehr danach. Das ist halt Zeitgeist und der ist oft nicht sinnvoll.

Man muss auch die Welt nehmen wie sie ist und nicht träumen wie sie sein sollte.
Und zu glauben, man könnte mit Taten die Realitäten und wirtschaftlichen und geistigen Gesetze die zu Problemen in unserer Gesellschaft geführt haben, ausser Kraft setzen, sehe ich nicht.
Dazu gehört auch die Weisheit des Gelassenheitsgebets, des Wu-Weis und die Weisheit von Laotse:
„Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“
Laotse: "Dem Weg folgen heißt auch: das Nichttun pflegen. Man sollte jeden Tag weniger tun und handeln, sich nicht in Dinge einmischen. Wenn man zu viel tut, hat das nur schädliche Folgen. Durch das Nichttun dagegen erreicht man, dass alles von allein in Ordnung kommt."

Ich möchte noch mit ein paar Zitaten aus meinem Lieblingsbuch der Familie Stangl „Lebenskraft“ zitieren:
1.“ Wenn im Zazen der Geist auf einen Punkt geeint, gesam¬melt wird, so entsteht durch dieses Üben eine Kraft, die wir gemeinhin Konzentration nennen können. Sie ist aber weit mehr als das. Aus der Stille, aus einem Schweigen wächst dem Men¬schen nicht etwa Tatenlosigkeit, Beschaulichkeit oder gar Trägheit zu, sondern jene dynamische Aktivität, die ihn aus der Mitte seines Wesens heraus die Dinge dieser Welt regeln läßt: schnell, sicher, entschlossen. Er ist da. Zwar in Ruhe und Gelassenheit, aber auch gepaart mit jener konzentrierten Kraft seiner Gesamtpersönlichkeit, die die Japaner Joriki nennen. Ein solcher Mensch lebt immer weniger nur in den engen Grenzen seiner Ratio, des begrifflichen Denkens. Er ist nicht mehr im Zwiespalt mit sich. Er hadert nicht mehr mit der Welt. Er wird vielmehr eins mit ihr.“

2. Eine sehr schöne und treffende Erklärung gibt der Zen-Abt Yasutani einer seiner Schülerinnen, die ebenfalls unter der Angst leidet, sich ihren Mitmenschen gegenüber nicht altrui¬stisch genug zu zeigen. »Es gibt viele Menschen, die ihre gan¬ze Zeit damit verbringen, den Bedürftigen zu helfen und sich Bewegungen zur Verbesserung der sozialen Zustände anzu-schließen. Freilich sollte man das nicht für gering achten. Aber ihre Ur-Angst, die aus einer falschen Sicht ihrer selbst und des Weltalls erwächst, findet keine Linderung, sie nagt an ihrem Herzen und läßt sie nicht zu einem reichen, freudigen Leben kommen. Menschen, die solche Tätigkeiten zur He¬bung der sozialen Verhältnisse fördern und sich daran betei¬ligen, halten sich bewußt oder unbewußt für moralisch über¬legen und machen sich deshalb nie die Mühe, sich innerlich zu läutern, indem sie sich von Habgier, Ärger und Verblendung befreien. Es kommt aber die Zeit, da sie von ihrer rastlosen Tätigkeit erschöpft sind und ihre Ur-Angst um Leben und Tod vor sich selbst nicht mehr verbergen können. Dann fan¬gen sie ernsthaft an zu fragen, warum das Leben nicht mehr Sinn habe... Es ist nicht Selbstsucht, zu vergessen, andere zu retten, und sich nur darauf zu konzentrieren, die eigene geisti¬ge Kraft zu entwickeln, wenn es auch so aussehen mag. Es ist die heilige Wahrheit, daß Sie niemanden retten können, ehe Sie nicht durch das Erlebnis der Selbst-Wesensschau selber rund und ganz geworden sind. Wenn Sie das Wesen Ihres wahren Selbst und des Weltalls geschaut haben, werden Ihre Worte Überzeugungskraft haben, und die Menschen werden auf Sie hören.«

Das ist meine Meinung

---------------
I would like to share my opinion here regarding the article above—an article which, to me, serves as a representative example of the views held by many skeptics of "self-optimization" (a concept that has, in recent times, become something of a pejorative term)—and which, in my view, is perceived in this way by a particularly large number of women.

I believe the primary misunderstanding is the notion that proponents of mindfulness claim all problems can be solved on an individual level. When practiced correctly, mindfulness can indeed help resolve individual problems; naturally, it is unlikely to solve *all* the world's problems, but it could certainly make a contribution toward doing so—especially if more people were to practice it. The same applies to other religions, with their respective wisdom traditions and spiritual techniques, which have likewise brought about positive change in the world.

After all, it was precisely through such means that Gautama Buddha became the Buddha—or a divine figure—and the founder of one of the world's major religions. Yet there are equally relevant spiritual techniques that have elevated other beings to a divine status—such as prayer and various physical disciplines.

In other words, anyone intent on moving in the right direction should build their "spiritual house" upon as many strong pillars as possible, rather than relying on just a single one.

Furthermore, it is simply a fact that we cannot dictate to others what they should do; we can only apply such efforts to ourselves. This means that if we wish to resolve our own individual problems, we must first look inward and focus on changing ourselves—at which point, perhaps, others will eventually follow suit. Jesus describes this in what I consider the greatest wisdom regarding human conduct, declaring it a universal law: "So in everything, do to others what you would have them do to you, for this sums up the Law and the Prophets."
In other words, a spiritual path cannot be forged through negative egoism—that is, by focusing solely on self-optimization without also applying that optimized self in one's interactions with others (or indeed, everyone else). This perspective is also shared by Yoga and Buddhism—the very traditions from which the practice of mindfulness originates.
Furthermore, when an individual improves their own conduct, the state of the world changes as well—perhaps only slightly, but a change nonetheless—thereby validating the Yogic adage: "When one person changes, the world changes."

I have also never encountered the assertion that all problems originate solely within oneself; in my view—much like many of the other prejudices expressed here, which she may have perhaps internalized herself—the author is laboring under a misconception. In reality, problems most often arise externally, specifically through our interactions with others. However, through the mediums of the body, prayer, and meditation, we can indeed discover *within ourselves* the solutions—specifically, better ways of behaving and acting—to address the problems we face in the external world.

Moreover, what health insurance providers sensibly choose to subsidize is the *acquisition* of mindfulness and concentration skills—as opposed to merely "sleepwalking through life"—rather than the actual, day-to-day *application* of those skills.

Regarding the burdens associated with "hard skills" in the workplace: many people have already given this subject a great deal of thought—indeed, the topic has been thoroughly exhausted. The simple reality is that one cannot survive without working, and work inevitably entails a certain degree of burden. However, the concepts of enhancing performance and fostering a greater sense of well-being in the workplace are matters that companies have only recently begun to seriously consider; this shift in focus encompasses the integration of mindfulness, "soft skills," and personal self-optimization into one's professional life. By virtue of their historical and genetic makeup, women have traditionally been responsible for the internal affairs of the family and the raising of children; they are, therefore, inherently social beings. Men, conversely, have historically been hunters—individuals who had to assert themselves within the group, amidst other men, and against their prey based on the principle of performance. In doing so, they had to learn to orient themselves toward—and adapt to—what was "right" and "optimal" in order to prevail. After all, the "better" is the natural enemy of the "good."

For women, this means that the principle of performance—viewed through a social lens—tends to carry rather negative, egoistic connotations. Consequently, they often fail to see the inherent value in the performance principle, in the striving for what is "right," or in that alternative form of self-interest known as "positive egoism." This is why it is entirely normal for Google—based on her browsing history—to suggest fewer motivational coaches to a woman like Ms. Fischer than it would to her son.

Of course, it is true that motivational coaches often promise the moon—otherwise they wouldn't be able to sell anything—and, in my opinion, such promises are often completely unrealistic. Nevertheless, I believe it is well worth engaging with this subject matter; even if achieving tangible results ultimately entails decades of intensive effort—and the good fortune of following the *right* path—the endeavor itself is worthwhile.

This also implies that it is crucial to pursue the *right*, most effective techniques—which, in my view, include concentration, prayer, physical disciplines, soft skills, the pursuit of wisdom, and diligent work. One should avoid, in my opinion, merely amplifying current fads—such as "gratitude exercises" (which amount to nothing more than simple positive thinking) or "resilience" (which is a *consequence* of correct behavior, not a *cause*).

Mindfulness, too, is currently something of a fad; yet, when practiced correctly, it constitutes a highly meaningful and valuable mental technique. However, it is an arduous process—one that entails confronting and working through psychological pain—which is precisely what many people seek to avoid by resorting to various excuses.

An equally powerful—yet simpler—technique is daytime muscle relaxation; it was all the rage during my youth, though nowadays, nobody gives it a second thought. That is simply the nature of the *Zeitgeist*—and the *Zeitgeist* is often far from sensible.

One must accept the world as it is, rather than dreaming of how it ought to be.
Furthermore, I do not believe it is possible—through mere action—to override the realities, or the economic and spiritual laws, that have given rise to the problems within our society.
This perspective encompasses the wisdom of the Serenity Prayer, the principle of *Wu-Wei*, and the wisdom of Lao Tzu:
“God, grant me the serenity to accept the things I cannot change, the courage to change the things I can, and the wisdom to know the difference.”
Lao Tzu: “To follow the Way is also to cultivate ‘non-doing.’ One should do and act less each day, refraining from meddling in affairs. Doing too much yields only harmful consequences; conversely, through non-doing, one ensures that everything falls into place of its own accord.”

I would also like to share a few quotes from my favorite book by the Stangl family, *Lebenskraft* (Vitality):
1.” When, during Zazen, the mind is unified and gathered upon a single point, this practice generates a power that we might commonly refer to as concentration. Yet it is far more than that. From this stillness—from this silence—there does not arise within a person a state of inactivity, mere contemplation, or even lethargy; rather, there emerges a dynamic activity that enables him to order the affairs of this world from the very center of his being—swiftly, surely, and decisively. He is fully present. He acts with calm and serenity, yet his actions are coupled with that concentrated power of his entire personality—a power the Japanese call *Joriki*. Such a person lives less and less within the narrow confines of his intellect—of conceptual thought alone. He is no longer at odds with himself. He no longer struggles against the world; rather, he becomes one with it.

2. The Zen Abbot Yasutani offers a particularly beautiful and apt explanation to one of his female students, who, too, suffers from the fear that she is not sufficiently altruistic in her dealings with others: “There are many people who spend their entire time helping the needy and joining movements dedicated to improving social conditions. Admittedly, one should not belittle such efforts. Yet their primal fear—which stems from a distorted perception of themselves and of the universe—finds no relief; it gnaws at their hearts and prevents them from attaining a rich, joyful life. People who promote and participate in such activities aimed at social betterment—whether consciously or unconsciously—consider themselves morally superior; consequently, they never take the trouble to purify themselves inwardly by freeing themselves from greed, anger, and delusion. However, a time eventually comes when, exhausted by their ceaseless activity, they can no longer conceal from themselves their primal fear regarding life and death.” Then they begin in earnest to ask why life does not hold more meaning... It is not selfishness to forgo saving others and to focus solely on developing one’s own spiritual power—even if it may appear to be so. It is the sacred truth that you cannot save anyone until, through the experience of beholding your own true essence, you yourself have become whole and complete. Once you have beheld the essence of your true Self and of the universe, your words will carry conviction, and people will listen to you.

That is my opinion.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen